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Sömmerda gewinnt internationales Wasserball-Turnier

Wasserball: SVS belegt beim 6. „Nessenrebencup“ in Weingarten den ersten Platz

 


Noch vor wenigen Wochen schrieb Sascha Weichsel, dass die Sömmerdaer Wasserballer im September an einem internationalen Turnier teilnehmen möchten, um sich für die kommende Saison vorzubereiten und das mannschaftliche Geschlossenheit zu stärken. Die damaligen Erwartungen waren sehr bescheiden – die Teilnahme ist alles! Doch am Ende sollte sich das Team um Trainer Steffen Markscheffel über eine Spitzenplatzierung beim 6. Nessenrebencup freuen dürfen.

Die Reise begann am Freitag, den 07. September mit dem Ziel städtisches Waldfreibad in Weingarten, 30 km nördlich vom Bodensee. Um 22 Uhr erreichten die Spieler die Wettkampfstätte und bestaunte zunächst die eindrucksvolle Badelandschaft, um anschließend, mit Taschenlampen bewaffnet, ihre Zelte aufzubauen. Man ließ den Abend ruhig ausklingen und unterhielt sich mit den Sportlern der anderen 15 Mannschaften, die aus Österreich, der Schweiz und Deutschland angereist waren.
Da die Sömmerdaer nur mit fünf Aktiven in Weingarten aufschlugen, mussten sie sich vom befreundeten Team aus Kornwestheim den Torwart Hans Landgraf sowie den Verteidiger Julian  Seiler borgen. Tino Bernhard, der in seiner Jugend viele Jahre für Sömmerda absolviert hat, ist aus seiner heutigen Heimat Ludwigburg zugestoßen, um seinen Bruder Danilo und den SVS tatkräftig zu unterstützen. Somit konnte man mit sieben Spielern plus einen Auswechsler das Turnier bestreiten.
Am nächsten Morgen um 9 Uhr begann die Gruppenphase mit je vier Mannschaften, die zuvor in der Turnierbesprechung ausgelost wurden. Im Spielmodus 2 mal 8 Minuten musste man zunächst drei Spiele in seiner Gruppe absolvieren, um sich eine gute Ausgangsposition für die Finalrunde zu sichern. Erreichte man den ersten Platz in seiner Gruppe, spielte man um die Plätze 1 bis 4. Bereits der zweite Platz ermöglichte nur noch die Teilnahme an den Spielen um die Positionen 5 bis 8 und so weiter.
Die Thüringer trafen ein schweres Los, denn man musste gleich im ersten Spiel des Tages gegen den Turnierfavoriten SSV Freiburg ins Wasser steigen. Von Beginn an hoch motiviert konnte man den Gegner mit herausragenden Spielzügen überraschen und erreichte einen unfassbaren Halbzeitstand von 6:1. Die Freiburger, sichtlich verwundert über die effektive Spielweise ihrer Kontrahenten, fanden auch in der zweiten Hälfte kein Mittel, den energischen Siegeswillen der Sömmerdaer zu brechen. So konnte man sich gleich über den ersten Erfolg mit 9:5 und die nun sehr vielversprechende Ausgangsposition freuen.
In den nächsten Gruppenspielen traf man auf die bisher unbekannten Vertreter Wetzlarer SSV und WF Gemmingen. Man konnte die Gegner bereits während ihrer Spiele beobachten und war sich sicher, dass man hier den Gruppensieg klar machen würde. So spielte man auch diese Teams unerwartet leicht an die Wand und gewann gegen den SSV mit 7:4 und gegen die Wasserballfreunde mit 9:4. Wie bereits gegen die Freiburger zeigte der SVS beeindruckenden Wasserball, ließen in der Verteidigung kaum Fehler zu und schwamm im Angriff seine Gegner schwindlig. Die aus der starken Defensive eingeleiteten Konterangriffe wurden lehrbuchhaft von den Flügelspielern Danilo und Sascha vorgetragen. Mittelpunkt und „Fels ins der Brandung“ war dabei der Centerspieler Tino Bernhard, der immer anspielbereit war und mit starken Durchsetzungswillen die meisten Tore für sein Team erzielte. Fast jeder Vorstoß wurde mit einem eleganten Querpass und schnörkellosem Torwurf abgeschlossen, der dem gegnerischen Torwart nur selten die Chance zu einer Parade bot. So reihten sich bereits während der Gruppenphase alle Mitglieder in der langen Torschützenliste ein – es konnte sich also jeder als Torjäger feiern lassen.
Mit einem perfektem Resultat und einziger Mannschaft, die alle ihre Gruppenspiele gewann, wurde man am Abend zwischen Kesselgulasch und Bier von den anderen Wasserballern als neuer Turnierfavorit betitelt. Auch lustige Verwechslungen über die Herkunft blieben nicht aus – so wurden die Sömmerdaer gefragt, ob sie nicht aus Schweden kommen, da die Stadt bislang nirgends ein Begriff war.
Am Sonntagmorgen hieß es dann, die großen Erwartungen umzusetzen und das Halbfinale gegen die TSG Weinheim zu gewinnen. Die erste Halbzeit verlief auch sehr vielversprechend und man konnte die Form vom Vortag bestätigen – eine 4:2 Führung bot Sicherheit. Doch in der zweiten Hälfte schlich sich langsam die bekannte Sömmerdaer Unsicherheit im Torabschluss ein und man musste nach drei direkten Kontern sogar einem 4:5 Rückstand hinterherlaufen. Als die Weinheimer dann 30 Sekunden vor Ende noch mit 6:5 in Führung gingen, sah der SVS schon der Niederlage ins Gesicht. Doch der überragende Tino Bernhardt nahm sich ein Herz und feuerte den Ball 10 Sekunden vor Abpfiff in den Winkel und rettete sein Team in das 5-Meter-Schießen. Nun schlug die Stunde des Gasttorwarts Hans Landgraf, der über sich hinauswuchs und grandios drei Würfe halten konnte. Mit ebenfalls 2 vergeben Versuchen trieben die Sömmerdaer die Spannung auf die Spitze und Sascha hatte den entscheidenden 5-Meter auf der Hand. Doch als standardmäßiger Strafwurfschütze ließ er nichts anbrennen und warf die Thüringer sicher ins Finale.
Nun war alles drin – der SV Sömmerda konnte tatsächlich ein international besetztes Wasserball-Turnier gewinnen. Gegner im Finale war die Auswahl aus Kirchheim. Punkt 15 Uhr wurde das große Finale angepfiffen und die Männer in den roten Badehosen erlebten eine bislang nie dagewesene Unterstützung von geschätzten 200 Zuschauern. Bereits nach der Halbzeit hatte der SVS alle Sympathien auf seiner Seite – beim Spielstand von 7:2 zeigte man Wasserball, den man mit den üblichen Saisonleistungen nicht vergleichen konnte. Kaum persönliche Fehler, bärenstarke Defensivarbeit der Verteidiger Matthias, Steffen und Robin, herausragende Spielzüge und Traumtore trieben den Gegner zur Verzweiflung. Trotz der Aushilfe durch einen Österreichischen Nationalspieler reichte es für Kirchheim letztlich nur, den Rückstand auf 7:5 zu verkürzen. Damit war es geschafft – Sömmerda gewinnt den Nessenrebencup 2012.
Noch überwältigt von diesem klasse Wochenende, bedanken sich die Sömmerdaer bei den Gastgebern für ein tadellos organisiertes Turnier in einer wundervollen Freibadanlage. Besonderen Dank richten wir an unsere Freunde aus Kornwestheim Hans und Julian, ohne die wir den Sieg nicht realisieren konnten.
Am 20. Oktober startet die Saison mit der Pokalrunde, für die sich die Akteure sportlich wie auch mental zu einer geschlossenen Einheit zusammengeschweißt haben. Man ist sich sicher, dass man an diese grandiose Leistung anknüpfen wird. Natürlich freut man sich schon heute darauf, im nächsten Jahr den Wanderpokal in Weingarten verteidigen zu dürfen.


Für den SVS spielten:
Hans Landgraf (TW), Robin Schade, Matthias Sack, Steffen Markscheffel, Julian Seiler, Danilo und Tino Bernhardt, Sascha Weichsel 

 

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